Die bestehende Weltordnung befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Was über Jahrzehnte als stabil galt, gerät zunehmend ins Wanken. Nach dem Ende des Kalten Krieges erklärte sich der Westen schon zum Sieger im Kräftemessen der Großmächte. Doch diese Phase war nur ein Intermezzo, jäh unterbrochen von den Ereignissen am 09. September 2001. Inzwischen zeigt sich: Aufstieg und Niedergang sind keine Ausnahmen, sondern Teil eines wiederkehrenden Zyklus. Alte Machtzentren verlieren an Einfluss, Bündnisse verlieren an Bedeutung und neue Akteure treten auf die Bühne, wo sie mehr Mitspracherechte fordern. Konflikte entstehen, oft unberechenbar, nicht selten im offenen Schlagabtausch. Diese Beobachtung ist keine Prognose, sondern eine Momentaufnahme. Sie will nicht erklären, wie die Welt sein wird, sondern wie sie sich gerade verändert, und welche Kräfte im Hintergrund wirken. Wer den Wandel der Weltordnung verstehen will, muss hinter die Kulissen und die täglichen Nachrichten blicken. Denn dort verschieben sich die tektonischen Platten der Weltpolitik.