Die Vorgeschichte zur Gründung der Turkish Petroleum Company (TPC) beginnt im frühen 20. Jahrhundert und markiert die Endphase des Osmanischen Reichs. Sie ist geprägt von bedeutenden historischen Ereignissen und langjährigen Verhandlungen zwischen den Großmächten des Deutschen Kaiserreichs unter Kaiser Wilhelm II. und Großbritannien, die um den Zugang zu den reichen Ölvorkommen im heutigen Irak konkurrierten.
Der Ausgangspunkt dieser spannenden Geschichte ist die Erteilung einer Konzession an die Deutsche Bank als Teil eines ehrgeizigen Projekts zur Finanzierung und zum Bau einer Bahnstrecke von Istanbul (damals noch Konstantinopel) nach Bagdad, der heutigen Hauptstadt des Iraks. Diese Bahnverbindung, bekannt als Bagdadbahn, sollte nicht nur den Transport von Gütern und Menschen erleichtern, sondern auch den strategischen Zugang zu den wertvollen Rohstoffvorkommen der Region sichern.
Ein Bericht des britischen Geschäftsmanns C. Gulbenkian über vielversprechende Ölvorkommen im heutigen Irak (damals Mesopotamien und Teil des Osmanischen Reichs) intensivierte auch das Interesse Großbritanniens an der Region. Trotz intensiver Verhandlungen mit dem Sultan konnte jedoch weder Kaiser Wilhelm II. noch Großbritannien eine umfassende Ölkonzession erringen. Letztendlich war es die Jungtürkische Revolution, die den entscheidenden Durchbruch brachte und zur Gründung der National Bank of Turkey und der Turkish Petroleum Company führte, die dann eine zentrale Rolle in der Entwicklung der globalen Ölindustrie spielte.