Die neue Weltordnung: Handel oder Eroberung?

Großes Containerschiff mit der Aufschrift CMA CGM liegt voll beladen unter blauen Containerbrücken am Terminal Burchardkai im Hamburger Hafen.

Wird ein Land reich, weil es handelt, oder weil es erobert? Die Frage klingt nach Geschichtsunterricht, ist aber hochaktuell. Zölle, Sanktionen, unsichere Seewege und neue Bündnisse bestimmen die Nachrichten, und viele Unternehmer spüren die Folgen unmittelbar in ihren Einkaufspreisen, Lieferzeiten und Absatzmärkten. Hinter all dem steht ein Grundsatzstreit darüber, woher Macht und Wohlstand eigentlich kommen.

Die amerikanische Historikerin Sarah C. M. Paine hat diesen Streit in einem einprägsamen Modell zusammengefasst: Land gegen Meer, Eroberung gegen Handel. Gestern habe ich ihre Unterscheidung zwischen militärischem Erfolg und strategischem Ergebnis vorgestellt. Heute geht es um ihr Bild der Weltordnung, um die Frage, was davon trägt, wo es zu einfach ist, und was mittelständische Unternehmen daraus für ihre Lieferketten, Märkte und Standorte ableiten können.

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Seltene Erden: Chinas Exportkontrollen und Europas gefährliche Abhängigkeit

Pulver verschiedener Oxide Seltener Erden in sechs Schalen

Magnete aus Seltenen Erden stecken in Elektroautos, Windkraftanlagen, Industriemotoren und Robotern. Ihre Verarbeitung und die Magnetproduktion liegen ganz überwiegend in China, und Peking hat gezeigt, dass es diese Stellung als Hebel einsetzt. Die verschärften Exportkontrollen vom Oktober 2025 reichen nicht nur auf Rohstoffe aus China, sondern auch auf Produkte, die außerhalb Chinas hergestellt werden und nur einen kleinen Anteil chinesischer Seltener Erden enthalten. Derzeit sind die schärfsten dieser Kontrollen ausgesetzt, aufgehoben sind sie nicht.

Die Kontrollen sind Teil eines Handelskonflikts zwischen Washington und Peking. Europa sitzt dabei nicht am Tisch, trägt aber einen großen Teil des Risikos. Dieser Beitrag ordnet ein, was China beschlossen und ausgesetzt hat, warum die Abhängigkeit so groß ist, wie die EU reagiert und was Unternehmer daraus für ihre Lieferketten ableiten sollten.

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