Wird ein Land reich, weil es handelt, oder weil es erobert? Die Frage klingt nach Geschichtsunterricht, ist aber hochaktuell. Zölle, Sanktionen, unsichere Seewege und neue Bündnisse bestimmen die Nachrichten, und viele Unternehmer spüren die Folgen unmittelbar in ihren Einkaufspreisen, Lieferzeiten und Absatzmärkten. Hinter all dem steht ein Grundsatzstreit darüber, woher Macht und Wohlstand eigentlich kommen.
Die amerikanische Historikerin Sarah C. M. Paine hat diesen Streit in einem einprägsamen Modell zusammengefasst: Land gegen Meer, Eroberung gegen Handel. Gestern habe ich ihre Unterscheidung zwischen militärischem Erfolg und strategischem Ergebnis vorgestellt. Heute geht es um ihr Bild der Weltordnung, um die Frage, was davon trägt, wo es zu einfach ist, und was mittelständische Unternehmen daraus für ihre Lieferketten, Märkte und Standorte ableiten können.