Die neue Weltordnung: Handel oder Eroberung?

Großes Containerschiff mit der Aufschrift CMA CGM liegt voll beladen unter blauen Containerbrücken am Terminal Burchardkai im Hamburger Hafen.

Wird ein Land reich, weil es handelt, oder weil es erobert? Die Frage klingt nach Geschichtsunterricht, ist aber hochaktuell. Zölle, Sanktionen, unsichere Seewege und neue Bündnisse bestimmen die Nachrichten, und viele Unternehmer spüren die Folgen unmittelbar in ihren Einkaufspreisen, Lieferzeiten und Absatzmärkten. Hinter all dem steht ein Grundsatzstreit darüber, woher Macht und Wohlstand eigentlich kommen.

Die amerikanische Historikerin Sarah C. M. Paine hat diesen Streit in einem einprägsamen Modell zusammengefasst: Land gegen Meer, Eroberung gegen Handel. Gestern habe ich ihre Unterscheidung zwischen militärischem Erfolg und strategischem Ergebnis vorgestellt. Heute geht es um ihr Bild der Weltordnung, um die Frage, was davon trägt, wo es zu einfach ist, und was mittelständische Unternehmen daraus für ihre Lieferketten, Märkte und Standorte ableiten können.

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CBAM ab 2026: Was der CO₂-Grenzausgleich für Importeure bedeutet

Stahlcoils auf Güterwagen an einem Industriestandort – Symbolbild für CBAM-pflichtige Stahlimporte

Seit dem 1. Januar 2026 ist der europäische CO₂-Grenzausgleich, kurz CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism), kein reines Meldesystem mehr. Wer Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Wasserstoff oder Strom aus Ländern außerhalb der EU einführt, muss für die darin enthaltenen Emissionen künftig bezahlen. Fällig wird die erste Rechnung zwar erst im Herbst 2027. Die Mengen, für die dann gezahlt werden muss, entstehen aber schon jetzt, mit jeder Einfuhr dieses Jahres.

Dieser Beitrag erklärt, wie das System funktioniert, wen es trifft, was die Zertifikate derzeit kosten und welche Termine Importeure und mittelständische Unternehmen kennen sollten. Er stützt sich vor allem auf die Angaben der EU-Kommission und der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt), die in Deutschland für CBAM zuständig ist.

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