Öl, Sicherheit und Macht: Allianz zwischen USA und Saudi-Arabien

Historische Illustration: Illustrative Darstellung des Treffens von Franklin D. Roosevelt und König Ibn Saud auf einem Schiffsdeck 1945. Serie: Das große Spiel ums Öl; udo-schwerd.de.

Öl, Sicherheit und Macht bilden das Fundament der Allianz zwischen Saudi-Arabien und den USA, die in den 1930er-Jahren begann. Historisch gesehen ist Saudi-Arabien neben Israel einer der wichtigsten strategischen Partner der USA im Nahen Osten, vor allem wegen seiner enormen Ölreserven. Der Grundstein für die umfassende Partnerschaft in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen wurde 1945 mit dem Treffen zwischen US-Präsident Franklin D. Roosevelt und König Abdulaziz Ibn Saud an Bord der USS Quincy im Suezkanal gelegt.

Die Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien gehören zu den bedeutendsten und beständigsten bilateralen Verbindungen der USA im Nahen Osten. Allerdings sind sie auch komplex und wurden im Laufe der Geschichte mehrfach auf die Probe gestellt, insbesondere während der arabisch-israelischen Konflikte und des Irakkriegs. Die Beteiligung saudischer Staatsbürger an den Terroranschlägen vom 11. September 2001, der zweite Irakkrieg, die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 sowie Meinungsverschiedenheiten über den Umgang mit dem Iran haben wiederholt zu einer Neubewertung der Allianz geführt.

Zunehmende wirtschaftliche Kooperationen zwischen Saudi-Arabien und China und Chinas wachsender politischer Einfluss im Nahen Osten stellen die strategische Allianz mit den USA vor neue Herausforderungen.

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Die Zerschlagung von Standard Oil

Redaktionelle Illustration: Justizwaage und sich aufteilende Raffinerien als Symbol der Zerschlagung von Standard Oil. Serie: Das große Spiel ums Öl; udo-schwerd.de.

Die Zerschlagung von Standard Oil durch das Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten vom 15. Mai 1911 war ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte der amerikanischen Ölunternehmen und ein bedeutender Sieg der Regierung gegen eins der mächtigsten Unternehmen in der Geschichte.

Unter der Führung von John D. Rockefeller hatte sich Standard Oil zu einem Symbol für industrielle Macht und monopolistische Geschäftspraktiken entwickelt, das Anfang des 20. Jahrhunderts nahezu 90 % der amerikanischen Ölraffinerien und Pipelines kontrollierte. Der Aufstieg zu diesem einzigartigen Branchenriesen war geprägt von aggressiven Firmenübernahmen, rigiden Preisstrategien und exklusiven Geheimverträgen, die es dem Unternehmen ermöglichten, seine Konkurrenten mit unlauteren Mitteln zu verdrängen und den Markt monopolartig zu beherrschen.

Mit dem Sherman Antitrust Act aus dem Jahre 1890 gab es bereits einen rechtlichen Rahmen, um monopolistische Unternehmensstrukturen in den USA zu bekämpfen, aber es dauerte mehr als zwei Jahrzehnte, bis der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten 1911 entschied, dass Standard Oil gegen den Sherman Antitrust Act verstoßen habe und die Zerschlagung des Unternehmens in 34 unabhängige Firmen anordnete. Das Urteil hatte weitreichende Konsequenzen für die amerikanische Wirtschaft und das zukünftige Wettbewerbsrecht. Es symbolisierte nicht nur den Sieg über ein übermächtiges Monopol, sondern auch die Entschlossenheit der Regierung, einen fairen Wettbewerb zu fördern.

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Das Sanremo-Ölabkommen vom 24. April 1920 und seine Folgen

Historische Illustration: Diplomaten beraten über eine Karte des Nahen Ostens als Motiv zum Sanremo-Ölabkommen. Serie: Das große Spiel ums Öl; udo-schwerd.de.

Im Rahmen der Sanremo-Konferenz nach dem Ersten Weltkrieg unterzeichneten Regierungsvertreter von Großbritannien und Frankreich im April 1920 das Sanremo-Ölabkommen. Während die Konferenz insgesamt darauf abzielte, die territoriale Neuordnung und politische Verwaltung der ehemaligen Gebiete des Osmanischen Reichs nach dem Ende des Krieges festzulegen, konzentrierte sich das Sanremo-Ölabkommen speziell auf die Aufteilung und Kontrolle der wertvollen Ölvorkommen in der Region.

Mit dem Sanremo-Ölabkommen sicherte sich Großbritannien eine dominierende Position in Mesopotamien (heutiger Irak) und erhielt damit die Kontrolle über einen bedeutenden Teil der weltweiten Ölreserven. Diese Entwicklung führte zu langwierigen Auseinandersetzungen mit den USA, deren Ölunternehmen ebenfalls großes Interesse an diesen Ressourcen hatten. Fortan drängten sowohl der US-Außenminister Bainbridge Colby (unter Präsident Woodrow Wilson) als auch später Charles Evans Hughes (unter Präsident Warren G. Harding) energisch darauf, dass auch amerikanische Ölgesellschaften an der Erschließung der Ölvorkommen beteiligt werden.

Einflussreiche Persönlichkeiten und Unternehmer wie John D. Rockefeller (Standard Oil) und Harry F. Sinclair (Sinclair Oil) forderten aktiv Zugang zu den reichen Ölvorkommen, was ihnen von Großbritannien verwehrt wurde. Die Forderungen der US-Regierung und der amerikanischen Ölunternehmen unterstrichen die wachsende strategische Bedeutung von Öl und markierten den Beginn eines internationalen Wettbewerbs um die Kontrolle über die Energieversorgung des 20. Jahrhunderts. Dieses Ringen um Einfluss und Ressourcen prägte die geopolitische Landschaft nicht nur unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, sondern weit darüber hinaus.

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Alphonse Rothschild investiert ins Ölbusiness am Kaspischen Meer

Historische Illustration: Eisenbahn mit Kesselwagen zwischen Ölfeldern und Hafen als Motiv zum Ölgeschäft der Rothschilds. Serie: Das große Spiel ums Öl; udo-schwerd.de.

Die Gründung der Caspian and Black Sea Oil Company (BNITO) im Jahre 1883 markierte den Einstieg der französischen Bankiersfamilie Rothschild in die Ölindustrie am Kaspischen Meer. Während die Ölförderung am Kaspischen Meer bis dahin vor allem für den heimischen Markt bestimmt war, begann mit dem Einstieg des französischen Bankhauses Rothschild eine neue Ära, in der der Export von Öl in den Vordergrund rückte und neben Standard Oil weitere Global Player mitspielten.

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Öl im 19. Jahrhundert: Aufstieg und Wettbewerb um Märkte

Historische Illustration: Petroleumlampe, Ölfässer, Eisenbahn und Raffinerie als Motive der Ölwirtschaft des 19. Jahrhunderts. Serie: Das große Spiel ums Öl; udo-schwerd.de.

Die Geschichte rund ums Öl im 19. Jahrhundert handelt vom ersten Öl-Boom in Pennsylvania (USA), vom Aufstieg des legendären John D. Rockefeller zum reichsten Unternehmer der Welt und von der wirtschaftlichen Expansion und Dominanz der Standard Oil Company. Sie nimmt ihren Anfang in den 1860er-Jahren in Pennsylvania (USA), wo die ersten kommerziellen Ölbohrungen den ersten Öl-Boom einleiteten. Dies markierte nicht nur den Beginn einer neuen Ära der fossilen Brennstoffe als Energiequelle, sondern auch den Beginn der industriellen Entwicklung unserer Welt.

Im Zentrum der 1870er-Jahren stand John D. Rockefeller, dessen Aufstieg zum reichsten Unternehmer der Welt eng mit der Expansion und der nahezu monopolartigen Dominanz der Standard Oil Company verbunden ist. Unter seiner Führung erreichte das Unternehmen durch geschäftliches Geschick und rigorose Unternehmensführung eine beispiellose Stellung im globalen Ölmarkt. Im Umgang mit Konkurrenten scheute John D. Rockefeller keine Mittel, um diese entweder in den Standard Oil Trust zu integrieren oder sie vom Markt zu verdrängen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann das Öl-Monopol von Standard Oil jedoch zu bröckeln. Mit der Erschließung der Ölfelder rund um Baku am Kaspischen Meer gelang es den Nobel-Brüdern mit finanzieller Unterstützung der Rothschilds, erstmals russisches Öl nach Europa zu exportieren. Mit diesem Schachzug konnte die Vormachtstellung von Standard Oil zumindest auf dem Europäischen Markt geschwächt werden.

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