10 Dinge, die man über den Petrodollar wissen sollte

Redaktionelle Illustration: Öltanker, Raffinerie, Dollarbanknoten und Globus als Motive des Petrodollar-Systems. Serie: Das große Spiel ums Öl; udo-schwerd.de.

Der Petrodollar ist die Grundlage des Petrodollar-Systems, das seit den 1970er-Jahren die internationale Wirtschafts- und Finanzordnung prägt. Gemeint ist die Bindung des globalen Ölhandels an den US-Dollar, die den weltweiten Geldfluss spürbar verändert und die Stellung des US-Dollars als Reservewährung im Welthandel gefestigt hat. Daraus entstanden wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten, die bis heute nachwirken. Ein globales Netzwerk aus Regeln, Marktmechanismen und Anreizen steht hinter dem US-Dollar, das Energie, Währung und Handelsordnung miteinander verbindet. Dieser Artikel soll die wesentlichen Zusammenhänge erklären, ohne den Überblick durch zu viele technische Details zu verlieren.

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Die 1970er: Vom Goldstandard zu Petrodollar und Globalisierung

Redaktionelle Illustration: Goldbarren, Dollarbanknoten, Zapfsäule und Öltanker als Motive des wirtschaftlichen Wandels der 1970er. Serie: Das große Spiel ums Öl; udo-schwerd.de.

Die Entscheidungen und Ereignisse der 1970er-Jahre führten zu einer ersten grundlegenden Reform der Nachkriegsordnung, auf die sich die USA und ihre westlichen Verbündeten nach dem Zweiten Weltkrieg 1944 in Bretton Woods verständigt hatten. Das Fundament dieser Ordnung waren stabile Währungen und eine gemeinsame Koordination durch internationale Institutionen wie den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank. Drei Jahrzehnte später geriet dieses Gefüge aus dem Gleichgewicht. Auslöser waren u.a. die hohen Staatsausgaben der USA, die wachsenden Defizite in der Zahlungsbilanz und ein Vertrauensverlust in den US-Dollar.

Die Regierung unter Präsident Nixon reagierte mit einem fundamentalen Kurswechsel in zentralen Fragen: Geld, Handel und Energie. Gleichzeitig öffnete sie den chinesischen Markt für westliche Unternehmen – der Startschuss für die Globalisierung, die bis heute Handel, Produktion und kulturellen Austausch prägt. An der innenpolitischen Front erschüttterte der Watergate-Skandal das Vertrauen in den Präsidenten und schwächte dauerhaft die Autorität des Amtes. Das entstandene Machtvakuum füllten nichtgewählte Technokraten in Behörden, Zentralbanken und internationalen Organisationen. Die 1970er Jahre sind daher nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch zentral für das Verständnis aktueller Herausforderungen wie wirtschaftliche Ungleichheit, Ressourcenkonflikte und die Dynamiken einer globalisierten Welt.

Die Entwicklungen der 1970er-Jahre dürfen jedoch nicht als zufällige, zusammenhanglose Ereignisse verstanden werden. Vielmehr waren sie das Ergebnis strategischer Entscheidungen, die in den politischen und wirtschaftlichen Führungszentren in Washington, London, Paris und Bonn getroffen wurden – manche offen, andere in diskreten oder geheimen Gremien, nicht immer demokratisch legitimiert, aber folgenreich und dauerhaft wirksam. 

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Öl, Sicherheit und Macht: Allianz zwischen USA und Saudi-Arabien

Historische Illustration: Illustrative Darstellung des Treffens von Franklin D. Roosevelt und König Ibn Saud auf einem Schiffsdeck 1945. Serie: Das große Spiel ums Öl; udo-schwerd.de.

Öl, Sicherheit und Macht bilden das Fundament der Allianz zwischen Saudi-Arabien und den USA, die in den 1930er-Jahren begann. Historisch gesehen ist Saudi-Arabien neben Israel einer der wichtigsten strategischen Partner der USA im Nahen Osten, vor allem wegen seiner enormen Ölreserven. Der Grundstein für die umfassende Partnerschaft in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen wurde 1945 mit dem Treffen zwischen US-Präsident Franklin D. Roosevelt und König Abdulaziz Ibn Saud an Bord der USS Quincy im Suezkanal gelegt.

Die Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien gehören zu den bedeutendsten und beständigsten bilateralen Verbindungen der USA im Nahen Osten. Allerdings sind sie auch komplex und wurden im Laufe der Geschichte mehrfach auf die Probe gestellt, insbesondere während der arabisch-israelischen Konflikte und des Irakkriegs. Die Beteiligung saudischer Staatsbürger an den Terroranschlägen vom 11. September 2001, der zweite Irakkrieg, die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 sowie Meinungsverschiedenheiten über den Umgang mit dem Iran haben wiederholt zu einer Neubewertung der Allianz geführt.

Zunehmende wirtschaftliche Kooperationen zwischen Saudi-Arabien und China und Chinas wachsender politischer Einfluss im Nahen Osten stellen die strategische Allianz mit den USA vor neue Herausforderungen.

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