Der Petrodollar ist die Grundlage des Petrodollar-Systems, das seit den 1970er-Jahren die internationale Wirtschafts- und Finanzordnung prägt. Gemeint ist die Bindung des globalen Ölhandels an den US-Dollar, die den weltweiten Geldfluss spürbar verändert und die Stellung des US-Dollars als Reservewährung im Welthandel gefestigt hat. Daraus entstanden wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten, die bis heute nachwirken. Ein globales Netzwerk aus Regeln, Marktmechanismen und Anreizen steht hinter dem US-Dollar, das Energie, Währung und Handelsordnung miteinander verbindet. Dieser Artikel soll die wesentlichen Zusammenhänge erklären, ohne den Überblick durch zu viele technische Details zu verlieren.
Geopolitik
Öl, Sicherheit und Macht: Allianz zwischen USA und Saudi-Arabien
Öl, Sicherheit und Macht bilden das Fundament der Allianz zwischen Saudi-Arabien und den USA, die in den 1930er-Jahren begann. Historisch gesehen ist Saudi-Arabien neben Israel einer der wichtigsten strategischen Partner der USA im Nahen Osten, vor allem wegen seiner enormen Ölreserven. Der Grundstein für die umfassende Partnerschaft in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen wurde 1945 mit dem Treffen zwischen US-Präsident Franklin D. Roosevelt und König Abdulaziz Ibn Saud an Bord der USS Quincy im Suezkanal gelegt.
Die Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien gehören zu den bedeutendsten und beständigsten bilateralen Verbindungen der USA im Nahen Osten. Allerdings sind sie auch komplex und wurden im Laufe der Geschichte mehrfach auf die Probe gestellt, insbesondere während der arabisch-israelischen Konflikte und des Irakkriegs. Die Beteiligung saudischer Staatsbürger an den Terroranschlägen vom 11. September 2001, der zweite Irakkrieg, die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 sowie Meinungsverschiedenheiten über den Umgang mit dem Iran haben wiederholt zu einer Neubewertung der Allianz geführt.
Zunehmende wirtschaftliche Kooperationen zwischen Saudi-Arabien und China und Chinas wachsender politischer Einfluss im Nahen Osten stellen die strategische Allianz mit den USA vor neue Herausforderungen.
Das große Spiel ums Öl in Persien und der Beginn der Ölförderung
Das Öl in Persien erlangte schon im frühen 20. Jahrhundert strategische Bedeutung, nachdem William Knox D’Arcy und die britische Burmah Oil Company im Mai 1908 nach langjährigen und kostenintensiven Erkundungen das erste große Ölfeld in Masjed Soleyman im heutigen Iran erschließen konnte. Dies war ein wichtiger Durchbruch für die britische Regierung, welche die strategische Bedeutung eigener Ölreserven frühzeitig erkannt hatte. Es folgte die Gründung der Anglo-Persian Oil Company (APOC) im April 1909, deren Leitung dem britischen Unternehmer William Knox D`Arcy übertragen wurde.